machte, einfach so, aus Spaß an der Freude, das Musical „Godspell“ einzustudieren, ereignete sich in der Unteren Weißgerberstraße Nr. 10 so etwas wie eine Theater-Kernfusion. Zwei gestandene Theaterprofis, der Komponist und Chorleiter Erke Duit, und die Schriftstellerin, Dramaturgin und Regisseurin Lies Kató, verliebten sich auf den ersten Blick in die begeisterte Amateur-Truppe und entwickelten für sie eine vollkommen neue, eigene Repertoire-Linie:

„MUSICAL AUF WEANARISCH“!

 

unser Team

 

 

Schon mit der ersten Produktion, GODSPELL – DES LEIWAUNDE WUAT, wurde die Bühne Sankt Othmar zu einem Geheimtipp für eine begeisterte Fangemeinde. Was das Original-Musical in den sechziger Jahren zu einem Welterfolg gemacht hatte – die „Übersetzung“ des Neuen Testaments in die Sprache und Musik der Flower-Power-Ära –, führte die weanarische Fassung konsequent weiter. Statt mühsam erlernter amerikanischer Songtexte oder des gängigen Musical-„Synchrondeutschen“ kam die 2000 Jahre alte Geschichte des „Buam von gaunz großn Oedschpozzn drom in Himmö“ plötzlich in einer lebendigen, respektlosen Sprache daher, „aussegschom“ von Weanan für Weana.

Der Kurs der Gruppe stand mit „Godspell – Des Leiwaunde Wuat“ im Wesentlichen fest: Selbstverständlich Mjusikl auf Weanarisch, selbstverständlich Live-Musik, und zwar von einer hochkarätigen Band von Profimusikern unter der Leitung von Erke Duit. Neue DarstellerInnen kamen hinzu – Leute, die von der neuen Linie des Ensembles so begeistert waren, dass sie beschlossen, da unbedingt auch mittun zu wollen –, aber insgesamt blieb die Truppe konstant erhalten. Der Plan, als nächste Produktion eine zweisprachig Weanarisch-Serbokroatische Fassung von „Hair“ in Angriff zu nehmen, wobei die Vietnam-Thematik des Originals mit den Problemen Wiener Jugendlicher mit bosnischen und serbischen Roots „übersetzt“ werden sollte, kam wegen Widerständen des Verlags gegen die radikale Bearbeitung vorerst nicht zustande – allerdings liegt der Text von „Hair – FEDAN!“ weitgehend fertig in der Schublade, und man sollte bekanntlich niimoes niimoes sagen.

Die nächste realisierte Produktion des Teams, das Science-Fiction-Musical DE ROKKRAKETN, setzte den Erfolgskurs fort, ohne sich direkt auf ein bereits existierendes Musical-Vorbild zu beziehen. Die Original--Handlung von Lies Kató zog alle parodistischen Register und zitierte sich quer durch Science-Fiction-Klassiker von „Star Trek“ und „Star Wars“ über „Raumschiff Enterprise“ bis zu „A Hitchhiker’s Guide Through The Galaxy“. Untermalt wurde das wüste Abenteuer um die Rettung des Universums durch die tapfere Crew des bierflaschlförmigen Raumschiffs Düsnhüsn mit Weanarischen Coverversionen berühmter Rock-Hadern aus den 50er, 60er und 70er Jahren, von Elvis Presley bis zu Procul Harum, von den Beatles bis zu CCR und Steppenwolf. Und natürlich war auch ein „Hair“-Song dabei.

Für die Zukunft hat die Crew der Bühne St. Othmar schon einige konkrete Pläne, die konsequent auf dem bisher Erarbeiteten aufbauen. Auf der einen Seite sollen – durchaus in der Tradition des Altwiener Volkstheaters – weiterhin bekannte Musicals ins Weanarische travestiert werden (z.B. „Greißlarei zum Grausn“/Little Shop of Horrors oder „Schmoezzz“/Grease), auf der anderen Seite sind nach dem großen Erfolg von „De Rokkraketn“ auch weitere „Hadern-Collagen“ als Persiflage auf große Filmsujets geplant, wie z.B. das postatomare Endzeit-Mjusikl De G.U.A.D.n, bei dem „Men in Black“, „Blade Runner“, „Mad Max“ und „The Matrix“ zu Musik von den Stones, The Who, Pink Floyd, The Beatles, Bob Dylan, Queen u.v.a. schön grüßen lassen. Die G.U.A.D. ist nämlich nichts Geringeres als die Griminalbolizeiliche Untarobtäulung fia Atomare Dauafoign, und die wilde Geschichte spielt (no, na, ned) in Wean.

Im März 2004 hat die Bühne St. Othmar zwei weitere hochkarätige Verstärkungen für ihr neues Projekt bekommen, Dr. Georg Weilguny als neuen Chor- und Bandleiter sowie Michaela Kollar für die Choreographie.

 

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Eine Musicalgruppe

Als vor einigen Jahren ein kleines Pfarrtheater-Ensemble aus dem Dritten Bezirk sich daran

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wen wir noch brauchen könnten